von Andreas Harder

Die Finanzierung der Gewerbeimmobilie

Wenn du selbständig tätig bist oder einen Betrieb gründen möchtest, benötigst du passende Räumlichkeiten. Eine Gewerbeimmobilie dient der Ausübung eines Unternehmens oder einer freiberuflichen Tätigkeit.

Wie du die Gewerbeimmobilie finanzierst und was du dabei beachten solltest, erfährst du im folgenden Beitrag.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine Gewerbeimmobilie zu finanzieren?

Bei einer Gewerbeimmobilie handelt es sich um ein Gebäude oder ein Grundstück, dass nicht privat genutzt wird, sondern der Erzielung eines Ertrages dient. Egal ob es um die Finanzierung eines Büros, einer Werkstatt oder einer Arztpraxis geht - für diese Vorhaben benötigst du eine gewerbliche Immobilienfinanzierung.

Gängige Finanzierungsarten sind ein Annuitäten- oder ein Ratendarlehen. Während du bei einem gewerblichen Annuitätendarlehen jeden Monat eine gleichbleibende Rate zahlst, sinkt bei einem Ratendarlehen die Belastung. Das liegt daran, dass bei einem Annuitätendarlehen die ersparten Zinsen in die Tilgung fließen, während der Tilgungsanteil bei einem Ratendarlehen stets gleich bleibt.

Bei einer Gewerbefinanzierung handelt es sich um einen Investitionskredit, den du über mehrere Jahre zurückzahlst. Dabei profitierst du für den Zinsfestschreibungszeitraum von einem festen Zinssatz und kannst somit hervorragend planen.

Im Unterschied dazu gibt es Betriebsmitteldarlehen, die für kurzfristigen Kreditbedarf gedacht sind. Eine Gewerbeimmobilie kannst du damit nicht finanzieren. Vielmehr dient der Betriebsmittelkredit zur Vorfinanzierung von Aufträgen oder Forderungen oder der Überbrückung von Finanzierungsengpässen. Denkbar ist eine Absicherung des Kredits über die Gewerbeimmobilie des Unternehmens.

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Wie viel Eigenkapital sollte ich bei einer Gewerbefinanzierung mitbringen?

Gewerbeimmobilien sind für eine spezielle Nutzung vorgesehen. Für Banken besteht daher bei der Kreditvergabe ein höheres Risiko, da eine Drittverwendung oftmals nicht möglich ist. Sollte es also zur Verwertung der Immobilie kommen, weil der Kreditnehmer die Raten nicht mehr zahlen kann, kann es schwierig werden, einen neuen Nutzer für das Objekt zu finden. Oftmals sind Banken bei derartigen Finanzierungen eher restriktiv und setzen einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 bis 30 Prozent voraus. Eine Vollfinanzierung ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich, etwa wenn der Bund die Existenzgründung mit einem zinsgünstigen KfW-Darlehen zur Aufnahme eines Geschäftsbetriebs fördert.

Welche Unterlagen sind für die Finanzierung der Gewerbeimmobilie erforderlich?

Wenn du eine Gewerbeimmobilie finanzieren möchtest, solltest du folgende Unterlagen bereithalten:

  • Detaillierter Businessplan
  • Bilanzen der vergangenen drei Jahre
  • Gewinn- und Verlustrechnungen der letzten drei Jahre
  • Einkommensteuerbescheide und Einkommenssteuererklärungen der letzten drei Jahre bei Selbständigen oder Freiberuflern
  • Aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen
  • Nachweise über bereits bestehende Kredite
  • Aussagekräftige Unterlagen über die zu finanzierende Immobilie (z. B. Grundbuchauszug, Nutzflächenberechnung, Lageplan)

Vor einer Kreditentscheidung holen Banken in der Regel eine Auskunft über die Bonität des Unternehmens ein. Entscheidend ist eine positive Creditreform-Auskunft, die zeigt, dass der Betrieb auf einer soliden geschäftlichen Grundlage steht. Gibt es bereits negative Merkmale in der Wirtschaftsauskunft, die auf eine mangelnde Liquidität hinweisen, ist die Ablehnung des Kreditantrags denkbar.

Welche Risiken gibt es bei einer Gewerbefinanzierung?

Die eigene Immobilie dient als Grundlage des Geschäftsbetriebs. Dennoch solltest du bei diesem Vorhaben auch die Risiken im Blick haben:

  • Das Geschäft läuft durch ausbleibende Kundschaft nicht wie erwartet, da die Nachfrage sinkt.
  • Die Branche verändert sich und es drohen geringere Einnahmen.
  • Der Standort der Gewerbeimmobilie ist nicht so ideal wie angenommen.
  • Die Ertragsprognosen erfüllen sich nicht.

Fazit: Finanzierung der Gewerbeimmobilie auf einer soliden Grundlage?

Wenn du eine Gewerbeimmobilie kaufen möchtest, solltest du die Finanzierung genau planen. Entscheidend ist ein gut kalkulierter Finanzierungsplan für die kommenden Jahre. Eine Immobilienfinanzierung zahlst du über einen langen Zeitraum zurück, die erforderlichen Raten müssen problemlos aus dem laufenden Geschäft zu tragen sein. Wenn du eine Existenzgründung planst, gibt es unter Umständen staatliche Fördermittel für dein Vorhaben. Hier lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Berater, der dein Finanzierungsvorhaben gemeinsam mit dir auf eine solide Grundlage stellt.

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Über den Autor

Andreas Harder

Andreas Harder ist Experte für Bau- und Immobilienfinanzierung. Seit gut 15 Jahren hilft er Familien dabei, ihren Traum der eigenen Immobilie zu erfüllen und Immobilieninvestoren, den Bestand weiter aufzubauen.


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